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Schlaf, Stress und Stimmung

Hebt Schlafmangel den Blutzucker?

· 2 Min.

Sternspuren in Langzeitbelichtung; Hunderte feine weiße Bögen ziehen am Nachthimmel ineinanderliegende Ringe um ein gemeinsames Zentrum, unten steht ein dunkler Felsrücken.

Er hebt ihn, und dafür braucht es keinen Diabetes: Schon bei Gesunden sank die Insulinempfindlichkeit nach einer Woche gekürzten Schlafs messbar. Die Wirkung kommt auch nicht aus einem einzigen Kanal. Insulinantwort, Appetithormone und die Ganzheit des Schlafs treffen sich im selben Bild.

Bei gesunden Freiwilligen, deren Schlaf eine Woche lang auf fünf Stunden gesenkt wurde, ging die Insulinempfindlichkeit zurück, und ihr Essen hatte sich dabei gar nicht geändert. Das Einzige, was sich änderte, war der Schlaf. Sonst nichts. Keiner der Teilnehmenden hatte Diabetes; der Rückgang war also nicht die Arbeit eines gestörten Stoffwechsels. Jeder Körper, der nicht genug schläft, beginnt in wenigen Tagen schwächer auf das Insulin zu antworten.

Kurzer Schlaf drückt die zwei Hormone, die den Appetit lenken, in zwei Nächten in entgegengesetzte Richtungen: Das Leptin, das das Sättigungssignal trägt, fällt, das Ghrelin, das das Hungersignal trägt, steigt. Auch wohin sich der Appetit am nächsten Tag wendet, ist nicht zufällig; zucker- und stärkelastige, kalorienreiche Lebensmittel treten hervor. Dass sich an einem müden Tag der Abstand zwischen zwei Mahlzeiten von selbst mit Snacks füllt, ist die sichtbarste Spur dieser Verschiebung.

Die Langzeitdaten schauen in dieselbe Richtung. Sie sind breit. Die Übersicht der Arbeiten, die mehr als hunderttausend Menschen begleiteten, fand Typ-2-Diabetes bei den kurz Schlafenden häufiger; auch bei den sehr lang Schlafenden stieg die Häufigkeit. Bei denen, die schwer einschlafen oder den Schlaf schwer halten, war das Bild ähnlich. Neben der Dauer geht auch die Ganzheit des Schlafs auf die Waage.

Bei jemandem mit Diabetes zeigt sich diese Wirkung auch in der täglichen Messung. Aber der Pfeil zeigt nicht nur in eine Richtung. Eine zerstückelte Nacht kann selbst die Spur eines Zuckerabfalls dieser Nacht sein. Verschwitzt aufwachen, ein Albtraum, müde in den Morgen kommen; für jemanden mit Insulin oder einer anregenden Tablette ist diese Möglichkeit gewöhnlich. Die unterscheidenden Zeichen sammelt der Text über die nächtliche Unterzuckerung. Es gibt noch eine eigene Sache, bei der die Hormone den Zucker in den frühen Morgenstunden nach oben schieben; der Text über die Hartnäckigkeit des Morgenzuckers behandelt sie.

Die Schlafgesundheit zählt inzwischen zu den Grundtiteln der Diabetesbetreuung; auch Schlafordnung und Schlafstörungen kamen unter das Durchgesehene. Die häufigste davon ist das Zerteilen der Atmung im Schlaf. Ihr Gesicht ist bekannt. Lautes Schnarchen. Atempausen, die die Person daneben bemerkt. Eine Schläfrigkeit, die den Tag über anhält, obwohl genug Stunden im Bett vergingen. Stehen diese drei Zeichen zusammen, verliert das Zählen der Stunden im Bett seinen Wert, denn der Schlaf wird in diesen Stunden wieder und wieder zerteilt.

Quellen

  1. Buxton OM, Pavlova M, Reid EW, Wang W, Simonson DC, Adler GK. Sleep restriction for 1 week reduces insulin sensitivity in healthy men. Diabetes. 2010;59(9):2126-2133.
  2. Spiegel K, Tasali E, Penev P, Van Cauter E. Brief communication: sleep curtailment in healthy young men is associated with decreased leptin levels, elevated ghrelin levels, and increased hunger and appetite. Ann Intern Med. 2004;141(11):846-850.
  3. Cappuccio FP, D’Elia L, Strazzullo P, Miller MA. Quantity and quality of sleep and incidence of type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis. Diabetes Care. 2010;33(2):414-420.
  4. American Diabetes Association Professional Practice Committee. 5. Facilitating Positive Health Behaviors and Well-being to Improve Health Outcomes: Standards of Care in Diabetes-2026. Diabetes Care. 2026;49(Suppl 1):S89-S131. doi:10.2337/dc26-S005

Dieser Text dient nur der Information; er ist weder eine Diagnose noch eine Behandlung noch eine Dosierungsempfehlung. Entscheidungen über deine Behandlung triffst du immer gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

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