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Unterzuckerung

Wie erkennt man eine Unterzuckerung?

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Eine Hand, die nach einem blauen Glas auf einer dunklen Holzarbeitsplatte greift; der Hintergrund verschwimmt in geringer Schärfentiefe.

Eine Unterzuckerung kommt in zwei Wellen: erst der Alarm des Adrenalins, dann der Brennstoffmangel im Gehirn. Die erste lässt zittern und schwitzen, macht Herzklopfen und Hunger. Die zweite zerstreut die Aufmerksamkeit, trübt Blick und Sprache. Die erste warnt, die zweite zeigt den fortgeschrittenen Abfall.

Beginnt der Blutzucker zu sinken, antwortet der Körper sofort: auf das Zeichen des Glukagons gibt die Leber Glukose aus dem Lager ins Blut; Adrenalin schaltet sich ein. Was diese erste Welle erzeugt, ist nicht der Abfall selbst, sondern die Antwort des Körpers auf den Abfall. Der Alarm ist dafür da, zu läuten, bevor dem Gehirn der Brennstoff ausgeht. Deshalb betreffen die ersten Warnungen die Hände, den Magen und das Herz.

Die zweite Welle kommt von woanders: Das Gehirn kann Glukose nicht lagern, und wenn der Zufluss abnimmt, gerät zuerst das Denken, das Sehen und das Sprechen aus dem Takt. Die Leitlinien nennen die zweite Gruppe neuroglykopenisch, denn die Reihenfolge trägt eine Auskunft: Ist das Gehirn langsamer geworden, ohne dass die Warnung gehört wurde, dann ist der Abfall fortgeschritten.

  • Adrenalinwelle: Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, plötzlicher Hunger, Kribbeln, Unruhe, Blässe.
  • Gehirnwelle: keine Aufmerksamkeit fassen können, verschwommenes Sehen, stockendes Sprechen, Benommenheit, Schläfrigkeit, ungeschickt werdende Hände, seltsames Verhalten.
  • Für die Nacht zusätzlich genannt: Schweiß, der Schlafanzug oder Laken feucht macht, Albträume oder Schreien im Schlaf, nach dem Aufwachen müde, gereizt oder zerstreut bleiben.

Kein einzelnes Anzeichen ist für sich ein Beweis. Aufregung lässt auch zittern, Hitze lässt auch schwitzen, eine schlaflose Nacht zerstreut auch die Aufmerksamkeit. Das Kriterium, das Whipple-Trias heißt, lautet so: Es gibt Anzeichen, die Messung fällt niedrig aus, und mit steigendem Zucker gehen die Anzeichen weg. Treffen alle drei zusammen, ist die Quelle klar. Eine niedrige Messung ist aber auch ohne Anzeichen niedrig; die ADA sagt nicht, einen Tiefwert ohne Anzeichen nicht zu zählen, sondern ihn als Zeichen dafür zu nehmen, dass die Wahrnehmung abgestumpft ist.

Der Alarm stumpft mit der Zeit ab. Wiederholen sich die Abfälle oft, wird die Adrenalinantwort schwächer; die Warnwelle wird kürzer, kommt manchmal gar nicht, und das Erste, was auffällt, ist nicht das Zittern, sondern der trübe Kopf. Die Betreuungsstandards der ADA nennen das eine gestörte Wahrnehmung der Unterzuckerung. Die schwerste Stufe ist nicht über eine Zahl beschrieben, sondern so: Die Person kommt allein nicht wieder auf die Beine, sie braucht die Hilfe eines anderen.

Nächtliche Abfälle gehen still vorüber. Zurück bleiben ein feuchtes Laken, ein wirrer Traum und ein schwerer Morgen. Die Lücke zwischen der Messung vor dem Schlafengehen und der am Morgen ist die dunkelste Stelle des Hefts.

Lässt eine Unterzuckerung zittern?
Ja, das ist eines der bekanntesten Anzeichen; das Zittern kommt unmittelbar vom Adrenalin und legt sich, wenn der Abfall behoben ist.
Zählen Kopfschmerz und Schläfrigkeit auch?
Beide stehen auf den Listen der Anzeichen. Die Schläfrigkeit ist ein Zeichen der zweiten Welle: Ohne Brennstoff wird das Gehirn schwer. Für die Nacht zusätzlich genannt sind ein feuchtes Laken, Albträume und nach dem Aufwachen müde, gereizt oder zerstreut zu bleiben.
Kommt auch Frieren und Übelkeit vor?
Auf der Kernliste der Quellen stehen Schwitzen, Zittern, Herzklopfen, Hunger und Kribbeln. Frieren ist ein Gefühl, das neben dem kalten Schweiß herläuft. Übelkeit steht auf diesen Listen nicht; allein weist sie in keine Richtung.
Kann der Zucker fallen, ohne dass man etwas spürt?
Ja; stumpft die Warnwelle ab, ist das Erste, was auffällt, die zweite Welle: zerstreute Aufmerksamkeit, Benommenheit, seltsames Verhalten. Dass Nahestehende es bemerken, ist deshalb wertvoll. Bei manchen Menschen wird der Alarm nie zu Worten, selbst wenn er läutet. Bei einem Kind, das noch nicht sprechen kann, oder bei einem Erwachsenen, der sich nicht mitteilen kann, ist die einzige Spur der ersten Welle das von außen sichtbare Verhalten.
Welche Frage hilft beim Termin?
Die Frage aus einem Satz, die die ADA beim Screening verwendet, lautet: Kannst du deine niedrigen Zucker jedes Mal spüren? Ist die Antwort nein, bewertet die Ärztin oder der Arzt das gesondert.

Quellen

  1. American Diabetes Association Professional Practice Committee. 6. Glycemic Goals, Hypoglycemia, and Hyperglycemic Crises: Standards of Care in Diabetes—2026. Diabetes Care. 2026;49(Supplement_1):S132–S149. doi:10.2337/dc26-S006
  2. Mathew P, Thoppil D. Hypoglycemia. StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2022.
  3. Hölzen L, Schultes B, Meyhöfer SM, Meyhöfer S. Hypoglycemia Unawareness—A Review on Pathophysiology and Clinical Implications. Biomedicines. 2024;12(2):391. doi:10.3390/biomedicines12020391
  4. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK). Low Blood Glucose (Hypoglycemia). Bethesda, MD: NIDDK; 2021.
  5. Türkiye Endokrinoloji ve Metabolizma Derneği (TEMD). Diabetes Mellitus ve Komplikasyonlarının Tanı, Tedavi ve İzlem Kılavuzu-2026. 17. Baskı. TEMD; 2026. ISBN 978-625-99759-8-6

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Dieser Text dient nur der Information; er ist weder eine Diagnose noch eine Behandlung noch eine Dosierungsempfehlung. Entscheidungen über deine Behandlung triffst du immer gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

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