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Essen und Trinken

Sind Süßstoffe schädlich?

· 2 Min.

Große, durchsichtig weiße Kristalle, verstreut auf schwarzem strukturiertem Stoff; Nahaufnahme von oben, keine Verpackung und keine Schrift.

Die Süßungsmittel sind nicht alle dasselbe; es gibt zwei Familien, und die Spur, die sie im Körper lassen, ist verschieden. Die kurze Antwort auf die Schadensfrage hängt daran, von welcher Familie die Rede ist und wie viel davon kommt. Der Überschuss der Zuckeralkohole müht die Verdauung.

Hinter einem Produkt mit der Aufschrift „zuckerfrei“ im Marktregal steht meistens eine dieser zwei Familien. Die erste sind die intensiven Süßstoffe. Eine sehr kleine Menge davon gibt so viel Geschmack wie der Zucker, das ins Produkt gehende Gewicht ist deshalb fast gar nichts. Ihre Gramm sind so klein, dass sie zur Energie des Produkts keinen nennenswerten Beitrag leisten. Die zweite sind die Zuckeralkohole; ihre Namen enden meistens auf -ol.

Die Reise der Zuckeralkohole im Körper ist länger. Der Dünndarm nimmt einen Teil von ihnen auf, der übrige Rest geht in den Dickdarm hinunter. Dort geschehen zwei Dinge: Das nicht aufgenommene Molekül zieht Wasser, und die Darmbakterien zerlegen es unter Gasbildung. Völlegefühl und weicher Stuhl entstehen daher. Die Schwelle ändert sich nach Person und Stoff; das Erythrit wird meistens am leichtesten vertragen, das Sorbit gehört zu den am stärksten fordernden. Dieselbe Menge stört mit dem Essen zusammen weniger. Bei regelmäßiger Verwendung gehen die Beschwerden in wenigen Wochen meistens zurück.

EigenschaftIntensive SüßstoffeZuckeralkohole
Namen auf dem EtikettAspartam, Sucralose, Acesulfam K, SteviaSorbit, Xylit, Maltit, Erythrit
Menge im ProduktSehr klein, auf MilligrammebeneDeutlich, auf Grammebene
KohlenhydratbeitragSo gut wie keinerWenig, aber nicht null
Was der Überschuss tutKeine deutliche VerdauungswirkungBlähung, Völlegefühl, weicher Stuhl
SüßkraftWeit über dem ZuckerNahe am Zucker

Die Zuckeralkohole tragen pro Gramm wenig, aber doch Energie, null sind sie also nicht. Die getragene Energie ist von Art zu Art verschieden: Das Erythrit gibt fast keine, das Maltit steht dem Zucker näher. In Kaugummi und Pfefferminzbonbons stehen dieselben Stoffe. Ein paar davon im Lauf des Tages machen die Summe still größer. Was die Angabe „zuckerfrei“ auf dem Etikett genau umfasst, ist das Thema eines eigenen Textes.

Auf der Sicherheitsseite ist das Bild deutlich ruhiger. Fachgremien wie die EFSA setzen für jeden Stoff eine annehmbare tägliche Aufnahme; die am Tisch anzutreffenden Mengen bleiben weit unter dieser Grenze. Die Bewertung der Weltgesundheitsorganisation zu den intensiven Süßstoffen ist auf das Gewichtsmanagement gebaut und lässt die Menschen mit Diabetes außerhalb des Rahmens. Die Cochrane-Übersicht hält den Beleg zur Wirkung dieser Stoffe bei Diabetes für unzureichend.

Auf der Seite der intensiven Süßstoffe ist die oft gestellte Frage die Geschmacksgewohnheit. Ein ständig sehr süßer Gaumen kann pure Lebensmittel mit der Zeit fad zu finden beginnen. Diese Wirkung ist ein schwer messbares Feld. Kein einzelner Süßstoff baut für sich allein eine ganze Essordnung.

In der Praxis ist das Bestimmende, an wessen Stelle der Süßstoff tritt. Tritt er an die Stelle eines zuckrigen Getränks, sinkt die Kohlenhydratlast dieser Mahlzeit. Kommt er in einen ohnehin pur getrunkenen Tee, ändert sich kaum etwas. Die Entscheidung schaut also weniger auf den Stoff selbst als auf diesen Platztausch.

Quellen

  1. World Health Organization. Use of Non-Sugar Sweeteners: WHO Guideline. Geneva: World Health Organization; 2023.
  2. American Diabetes Association Professional Practice Committee. 5. Facilitating Positive Health Behaviors and Well-being to Improve Health Outcomes: Standards of Care in Diabetes—2026. Diabetes Care. 2026;49(Suppl. 1):S89–S131.
  3. Mäkinen KK. Gastrointestinal Disturbances Associated with the Consumption of Sugar Alcohols with Special Consideration of Xylitol: Scientific Review and Instructions for Dentists and Other Health-Care Professionals. International Journal of Dentistry. 2016;2016:5967907.
  4. Lohner S, Kuellenberg de Gaudry D, Toews I, Ferenci T, Meerpohl JJ. Non-nutritive sweeteners for diabetes mellitus. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2020;5(5):CD012885.

Dieser Text dient nur der Information; er ist weder eine Diagnose noch eine Behandlung noch eine Dosierungsempfehlung. Entscheidungen über deine Behandlung triffst du immer gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

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