Warum ist Abnehmen so schwer?
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Der große Teil der Schwierigkeit liegt außerhalb des Willens: Gegen das Abnehmen wehrt sich der Körper aus zwei Richtungen. Die verbrauchte Energie sinkt unter das Erwartete, die Hungersignale werden stärker. Dieser Widerstand bleibt nicht bei ein paar Wochen. Er hielt in Messungen über ein Jahr.
Zuerst die Energieseite. Nimmt das Gewicht ab, wird die zu tragende Masse kleiner, und die im Ruhezustand verbrauchte Energie sinkt natürlich; das ist der erwartete Teil. Der unerwartete Teil ist, dass der Abstieg unter das Errechnete geht. Die grobe Größe: Für jedes verlorene Kilo geht der tägliche Verbrauch um zwanzig, dreißig Kalorien zurück, der Appetit wächst dagegen um die hundert Kalorien. Berichtet wurde auch eine viel tiefere Anpassung, die noch Jahre später gemessen wurde. Dieser Befund kommt aus einer kleinen Gruppe in einem Eingriff am äußersten Ende. Dass die Waage Monate später an derselben Zahl hängen bleibt, hat meistens diese Lücke hinter sich.
Die Hormonseite arbeitet in dieselbe Richtung. Der aus dem Fettgewebe kommende Sättigungsbote nimmt ab, der aus dem Magen kommende Hungerbote steigt, und die Sättigungssignale nach dem Essen werden schwach. Als dieselben Menschen ein Jahr später neu gemessen wurden, war das Bild nicht zum Ausgangspunkt zurückgekehrt; auch der berichtete Hunger blieb hoch. Ein Körper, der abgenommen hat, erzeugt einen stärkeren Hunger als vor dem Abnehmen. Der Wunsch, eine Stunde nach dem Essen in die Küche zurückzugehen, ist die tägliche Entsprechung davon. Also etwas Messbares. Das Schuldgefühl legt auf diesen Mechanismus nichts, es macht die Arbeit nur schwerer.
Bei Diabetes gibt es eine Schicht mehr. Ein Teil der Medikamentenfamilien, die den Blutzucker senken, zieht die Waage nach oben, ein Teil nach unten; welche in welche Richtung steht, behandelt ein eigener Text. Die andere Schicht ist der Zucker selbst. Der Essdrang, der beim Nähern an die Abfallgrenze auftritt, ist nichts, worüber sich mit dem Willen streiten lässt. Er ist schlicht ein körperlicher Vorgang. Diese Welle trennt sich vom gewöhnlichen Hunger: Sie kommt plötzlich, kennt keine Essenszeit und zieht sich kurz nach dem Essen zurück. Die einzelne Aufzählung ihrer Zeichen steht nicht auf dieser Seite, sondern unter dem Titel „Wie erkennt man eine Unterzuckerung?“. Eine solche Welle zweimal am Tag schreibt den Plan dieses Tages allein neu.
Das verlorene Gewicht zu halten ist eine andere Arbeit als das Verlieren. Die Forschung behandelt die Haltestufe für sich und zählt die Verhaltensweisen, die am beständigsten mit ihr zusammen genannt werden. Das regelmäßige Wiegen und Aufschreiben. Mahlzeiten mit fester Portion. Das Fortführen der Begleitung mit einer Person oder einer Gruppe. Die Arbeit dieser Stufe ist nicht, ein Ziel zu erreichen, sondern eine Ordnung auf den Beinen zu halten. Dass der Gürtel im Loch des vorigen Jahres bleibt, verlangt eine andere Mühe als die beim Abnehmen. Das zurückgenommene Gewicht ist kein Beweis eines schwachen Charakters. Es ist das sichtbare Gesicht einer erwarteten Neigung.
Quellen
- Sumithran P, Prendergast LA, Delbridge E, et al. Long-term persistence of hormonal adaptations to weight loss. N Engl J Med. 2011;365(17):1597-1604.
- Fothergill E, Guo J, Howard L, et al. Persistent metabolic adaptation 6 years after “The Biggest Loser” competition. Obesity (Silver Spring). 2016;24(8):1612-1619.
- Hall KD, Kahan S. Maintenance of lost weight and long-term management of obesity. Med Clin North Am. 2018;102(1):183-197.